Archiv für den Monat: Februar 2012

MAC OSX Remote Desktop über SSH konfigurieren

Da hat MAC OSX einen Remote Desktop, aber fast alle Beschreibungen, die man findet erklären einem, wie man unter der grafischen Oberfläche den Zugang konfiguriert.

Was macht man aber, wenn man nur einen SSH Zugang hat und sich damit den Desktop freischalten will?

Man schmeisst Google an und hofft, das es auch unter OSX Consolenfans gibt, die Infos dazu haben. Glücklicherweise gibt es die und auch ein Tool, um den VNC-Server zu konfigurieren, es nennt sich kickstart.

Wie gewohnt als erstes also mal ein man kickstart eingegeben, ohne Erfolg. Immerhin spuckt das Programm über den Flag -help Einiges aus.

Leider wird nicht ganz klar, wie man die Optionen jetzt vernünftig konfiguriert, aber ich habe letztendlich die für mich wichtigen Befehle herausbekommen:

  1. Alle Benutzer für VNC freischalten und Server neustarten:
    sudo kickstart -activate -configure -access -on -restart -agent -privs -all
  2.  Passwort für den VNC-Zugang setzen:
    sudo kickstart -configure -clientopts -setvncpw -vncpw <Passwort>

Den Pfad zum Programm habe ich aus Übersichtsgründen weggelassen: /System/Library/CoreServices/RemoteManagement/ARDAgent.app/Contents/Resources/

 

Wie ich zu einer CNC Fräse kam

Damit die folgende Geschichte Sinn macht, sollte ich vorab vielleicht doch einige Infos zu meiner Person loswerden.

Ich würde mich im Kontext der Geschichte als technik- und naturwissenschaftsbegeisterter Computernerd mit ausgeprägter Neugier und Schwächen bei Disziplin, Konzentration und Hartnäckigkeit bezeichnen.

In solch einem Geist schwirren durch Anregung der Umwelt ständig Ideen zu irgendwelchen Konstruktionen durch den Kopf. Jetzt behaupte ich mal das ist ganz normal, wer sich schon einmal in einem Verein betätigt hat kennt bestimmt die ganze „man müsste mal ….“-, „man könnte doch …“-, “ das muss so und so sein …“-Brut, die es immer besser weiss, es aber nie selbst macht.

An Ideen und Vorstellungen mangelt es also nicht, aber wohl an der Umsetzung. Auch oder besser gerade bei mir ist da nicht anders. Ich schätze mal von den ganzen Ideen, die so entstehen, schaffen es vielleicht ein paar wenige  Pozent eine längere Aufmerksamspanne zu ergattern. Von dieser Auswahl  werden dann wohl noch einmal 80-90% schnell wieder verworfen, da die Konstruktion mit Bordmitteln nicht umzusetzen ist.

Beim Rest beginnt man dann mal zu schauen, wie es um die Teilebeschaffung und deren Kosten steht. Und spätestens da wird es meistens ziemlich schnell ernüchternd. Selbst Materialien mit Produktionskosten im Centbereich kosten schnell duzende von Euros, wenn man nur eine geringe Menge braucht.

Im Endeffekt sterben also alle Projekte entweder daran, dass die Kosten zu hoch sind, oder die Materialbesorgung so langwierig ist, dass ich darauf keine Lust habe.

Jetzt bin ich aber doch ein Bastler, will also etwas umsetzen!!

Um die Ausbeute zu verbessern kam mir in den Sinn, dass es doch optimal wäre, wenn man die ganzen Kleinteile selbst aus Schrott herstellen kann. Dazu braucht es dann natürlich Maschinen und schon ist man bei der Frage welche es denn sein sollen.

Glücklicherweise habe ich vor kurzem eine alte Proxxon Drehbank überlassen bekommen. Diese habe ich ein bissen überarbeitet und wieder fit gemacht. Drehteile sind also schon einmal möglich, wenn natürlich die Genauigkeit dieser Maschine nicht mit einer ordentlichen Drehbank zu vergleichen ist. Aber immerhin ein Anfang.

Dann fehlt noch etwas für Teile, die nicht rund sind :-). Da fällt einem sofort das Stuchwort Fräse ein und steuerbar soll sie auch sein ( CNC ).

Also habe ich mich mal umgeschaut, was es so an Geräten gibt, die preislich passen und das machen können was ich will.

Ein bissen surfen brachte dann auch einige Ergebnisse, empfohlen sei mal Instructables. Hier findet man schnell Vorschläge, die im Bereich von einigen hundert Dollar zu realisieren sein sollen. Da freut sich das Herz und man wird ganz nervös. Leider sind die Preisangaben in Deutschland nicht realisierbar. Wenn man anfängt die benötigten Teile zu suchen landet man sehr schnell bei über 1000 Euro. Und das dann für eine Maschine, bei der noch nicht klar ist, was sie den überhaupt zu leisten vermag.

Mein zweiter Favorit wurde dann das Projekt von Lumenlabs. Es gibt einige  Videos die zeigen, dass zumindest Alu recht gut bearbeitet werden kann. Ich war eigentlich schon entschlossen mir das Teil zu bestellen, als dann doch einige Argumente gegen dieses Produkt auftauchten:

  1. Die Lieferzeit war aufgrund von gesundheitlichen Problemen des Herstellers sehr lang
  2. Der Zoll will ja auch noch seine Kohle und ruckzuck werden aus 700 Dollar weit über tausend
  3. Die Führungen basieren auf frei stehenden Stangen, was ich eher suboptimal finde.

Also dachte ich mir, solche Sachen müssen doch auch in Europa zu finden sein und tatsächlich, es gibt einige und nach ein bissen Recherche hatte ich unter anderem folgende Modelle am Start:

  1. Tron CNC
  2. BZT PF 600-C
  3. CNC Motion Tera
  4. EAS Easy 300
  5. Haase Cut 2500
  6. CNC Step
  7. Mixware P1

Um an Erfahrungswerte und weiteren Informationen zu bekommen, waren die zwei Foren Peters CNC Ecke und CNC Area sehr hilfreich. Beide kann ich nur empfehlen.

Über Monate bin ich immer wieder auf die einzlenen Seiten gegangen, habe die MAschinen verglichen, mir überlegt, was ich eigentlich haben will …….

Was man will ist eine gar nicht so einfache zu beantwortende Frage, aber ein paar grundlegende Feststellungen konnte ich dann doch erreichen:

  1. Das Material muss durchschiebbar sein, also man muss eine Fräsung in eine Platte setzen können, die länger ist als der Frästisch
  2. Die Breite sollte ausreichen, um Fräsung bei einer durchschnittliche Standbox hinzubekommen
  3. Es wird hauptsächlich Holz und Kunstoff verarbeitet werden, zumindest NE-Metalle sollten bearbeitbar sein und das vernünftig.
  4. Folgt eigentlich aus 3., Linearführungen sollen es sein.
Damit fallen schon einmal fast alle Kandidaten durch. Es bleiben ( meine Persönliche Meinung ) nur noch P1 und die Tera übrig.

Was mich dann letztendlich dazu bewogen hat mich für eine P1L zu entscheiden:

  1. Ist schon länger am Markt
  2. Der Konstrukteur stellt seine Maschine und  seine Motivation für einige Konstruktionentscheidungen überzeugend dar.
  3. Fürs Erste kommt es ein wenig günstiger ohne auf weitere Entwicklungstufen verzichten zu müssen.
Also habe ich mich Mitte Dezember 2011 endlich dazu durchgerungen eine P1L zu bestellen. Anfang Januar war sie dann da und bin sofort ans Zusammenbauen gegangen. Vielleicht schaffe ich es ja noch einen kleinen Bericht darüber zu schrieben, wie das so lief.
Zusammenfassend sei gesagt, das sich der positive Eindruck beim Zusammenbauen bestätigt hat. Alles ist durchdacht, Spiel zum Einstellen, wo man braucht, MAsshaltigkeit, wo es sie braucht.

 

 

FreeCAD 0.12 unter Lucid Kompilieren

Für meinen Open Source CNC-Stack habe ich FreeCAD als CAD-Tool ausgewählt. Für Lucid gibt es im Universe Repo  ein Paket in der Version 0.9.2646.5-1, auf der Homepage bekommt man für Linux im Moment die Version 0.11.3729 zum Download angeboten.

Vor einiger Zeit hatte ich die Version 0.9 installiert und fand das es bereits recht gut funktioniert. Danach bin ich zur Version 0.11 übergegangen und war sehr positiv überrascht, welchen Fortschritt das Projekt zwischen den Versionen gemacht hat. Jetzt ist aber nicht mehr 0.11 aktuell sondern die leider nur für Windows zum Download angebotene Version 0.12. Und wenn man die Release Notes liest, hat sich wieder einiges getan.

Um in den Genuss der aktuellen Version zu kommen, gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Es gibt ein Daily PPA, über welches man Version 0.13 installieren kann
  2. Man kompiliert selbst

Da ich das Programm auch produktiv benutzen will, habe ich mich entscheiden, mal zu schauen, wie gut die Version 0.12 läuft, also kommt nur selbst kompilieren in Frage.

Folgende Schritte haben mich zum Ziel gebracht:

  1. Download der Sourcen
  2. Installation aller nötigen Packete:
    sudo aptitude install libeigen2-dev libopencascade-dev doxygen libcholmod1.7.1  libumfpack5.4.0 libsu libadolc-dev libsuperlu3-dev libumfpack4-dev libsuitesparse-dev libmpfr-dev fftw-dev libfftw3-dev swig libspnav-dev pyqt4-dev-tools libboost-all-dev build-essential gfortran  libxerces-c-dev libsoqt-dev libsoqt4-dev cmake libgsl0-dev
  3. Download der aktuellen Eigen3 Version
  4.  Hat man alle nötigen Pakete, Kann man Eigen folgendermassen installieren:
    cmake
    sudo make install
    Es wird alles nach /usr/local installiert
  5. Nun kann man FreeCAD kompillieren und installieren:
    ./configure
    make
    make install
    FreeCAD wird in /home/user/FreeCAD installiert, es sind also keine Rootrechte nötig

Da ich auch FreeCAD 0.11 installiert habe, bin ich natürlich nicht ganz sicher ob oben auch alle nötgien Pakte aufgeführt sind.

Auf jeden Fall läuft es ohne Probleme bis jetzt.

Gruss

Schnuffle